01.06.2009

Die Honigbiene und ihr Staat

Stell Dir vor, Du lebst mit ganz vielen Freunden in einem grossen Haus zusammen. Jeder von Euch hat eine ganz bestimmte Aufgabe:

 

Grace Winter / Pixelio
Die einen putzen und halten das Haus in Ordnung, die anderen sorgen dafür, dass keine unerwünschten Gäste ins Haus kommen, und einige kümmern sich darum, dass genügend Essen im Kühlschrank ist. Bienen leben so ähnlich. In ihrem Bienenstock arbei ten und leben rund 80.000 Tiere: und zwar Arbeiterinnen, die männlichen Drohnen und die Königin. Alle haben einen ganz bestimmten Job. Die Königin legt Eier und sorgt so für Nachwuchs im Stock. Die Drohnen sind die meiste Zeit ihres Lebens ziemlich faul und lassen sich sogar füttern. Ihre größte Aufgabe ist es, die Königin zu begatten. Die Arbeiterinnen hingegen sind sehr fleißig. Nach dem Schlüpfen bleiben sie zunächst im Bienenstock. Hier putzen sie die Waben, versorgen die Larven mit Futter und produzieren Wachs für die Zellen. Erst wenn die Bienen älter sind, verlassen sie den Stock und sammeln Nektar und Pollen. Dabei bestäuben sie die Blüten. Dies ist für die Pflanze sehr wichtig, denn erst dann kann die Pflanze Früchte und Samen bilden.

 


Visual
Vor Kurzem ist das Kooperationsprojekt »Be(e) in contact« von der Naturschutzjugend, dem Deutschen Imkerbund und dem Verein Mellifera gestartet. Ziel des Projektes ist, junge Erwachsene für die Imkerei zu begeistern und miteinander zu vernetzen. Für LehrerInnen werden Arbeitsmaterialien rund um die Biene erarbeitet.

Die Kooperationspartner bieten Fortbildungen für JugendleiterInnen und LehrerInnen an, helfen Kontakt zu ImkerInnen vor Ort aufzunehmen und stellen mit dem »Imkerstarterkit« die Grundausrüstung eines Imkers zur Verfügung. Nachwuchs-ImkerInnen finden auf einer Internetplattform viele praktische Tipps für die Imkerei sowie Gleichgesinnte, um Erfahrungen auszutauschen.

Mehr Informationen: www.beeincontact.de
››› Meike Lechler, Leiterin Kinderbereich Rudi Rotbein, NAJU

Die Naturschutzjugend im NABU (NAJU) ist die Jugendorganisation des Naturschutzbundes (NABU). Mit rund 75.000 Mitgliedern sind wir der größte Jugendumweltverband in Deutschland. Bei uns engagieren sich Kinder und Jugendliche von sechs bis 27 Jahren in zahlreichen Gruppen vor Ort für den Schutz von Natur und Umwelt. Mehr Infos findest du unter www.najuversum.de

 


Frage des Monats

Helmut Brunken / Pixelio
Stimmt es eigentlich, dass Bienen nur einmal stechen können und dann sterben?
Ja. Sticht die Biene einen Menschen, endet für sie der Stich meistens tödlich. Das liegt daran, dass die Biene ihren Stachel aus unserer elastischen, faserigen Haut nicht mehr herausziehen kann. Mit dem Stachel reißt daher meist der ganze Stechapparat aus ihrem Hinterleib, und sie stirbt. Aus dem harten Panzer anderer Insekten hingegen kann die Biene ihren Stachel problemlos lösen. Übrigens: Nur weibliche Bienen können stechen!

Auch Alnatura Mitarebiter helfen den Bienen – möchtest du wissen wie? Dann schau mal in das Bienen-Tagebuch unter www.alnatura-blog.de

 


NAJU / Heiko Bellmann
Steckbrief: Die Rote Mauerbiene

Hier findest du sie:
Die Rote Mauerbiene lebt auf Streuobstwiesen, Waldlichtungen und an Waldrändern. Sie baut ihre Nester unter anderem in Ritzen und Spalten von Dachstühlen und Reetdächern, in Mauerritzen und in Pflanzenstängel.

 


Visual Blühende Wiesen mit vielen Blumen sind ein Paradies für Bienen, die dort Nektar und Pollen sammeln können.
So lebt sie:
Die Rote Mauerbiene baut ihr Nest in Hohlräume. Sie schleppt Pollen und Honigtau oder eine Mischung aus beidem an und legt ein Ei auf den Proviant. Dann verschließt sie den Gang, um den Nachwuchs vor Räubern und Parasiten zu schützen. Im Gegensatz zur Honigbiene, die in einem organisierten Staat lebt, bleibt die Rote Mauerbiene außer in der Paarungszeit ihr Leben lang alleine.

Das ist das Besondere an ihr:
Die Rote Mauerbiene ist ein Bauchsammler. Das heißt, sie transportiert die Pollen hauptsächlich an der Bauchunterseite. Die Honigbiene ist ein Beinsammler.

 


In das rechte Bild haben sich vier Fehler eingeschlichen. Findest du sie?

Illustration: NAJU / Ulla Baldus