Der Ton macht das Haar

Die meisten Frauen wünschen sich ab und an eine andere Haarfarbe – doch schrecken sie nicht selten vor den chemischen Substanzen konventioneller Färbeprodukte zurück. Pflanzliche Haarfarben sind eine gute und sanfte Alternative.

 

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Mit einer frischen Farbe lässt sich jeder Typ wirkungsvoll unterstreichen. Helle Glanzlichter im aschblonden Bob, rote Strähnchen in dunklen Locken – geht es um ihre Haare, haben die meisten Frauen immer mal wieder Lust auf Veränderung. Welche natürliche Farbe unsere Haare haben, hängt davon ab, wie viel farbiges Melanin in ihrer Faserschicht steckt. Zwei verschiedene Typen sorgen für die gesamte Farbpalette auf unseren Köpfen: Eumelanin, das Schwarz-Braun- Pigment, und Phäomelanin, das Rot-Pigment. Je nachdem, wie viel von dem einen bzw. dem anderen unsere Haare enthalten, ergibt sich die individuelle Farbvariation. Blond bedeutet wenig Eumelanin und viel Phäomelanin. Ähnlich ist die Verteilung bei roten Haaren, die noch mehr Phäomelanin enthalten, während das Verhältnis bei dunklem Haar umgekehrt ist.

Um die Haarfarbe dauerhaft zu verändern, brechen konventionelle Färbetechniken die natürliche Schutz- und Strukturschicht des Haares auf, damit sich neue Farbpigmente anlegen und haltbar werden. Je stärker der Effekt sein soll, desto mehr muss er die Haarstruktur angreifen. Herkömmliche Oxidationshaarfarben enthalten zwei Bausteine: Oxidationsmittel (meist Wasserstoffperoxid) plus synthetische Farbe. Für Haar und Kopfhaut ist die chemische Prozedur ziemlich strapaziös. Obendrein können die chemischen Substanzen über die Kopfhaut in den Körper gelangen, manche Stoffe in den Haarfärbemitteln gelten als Allergieauslöser. Überdies fügen die aggressiven chemischen Mittel oft trotz nachfolgender Pflege dem Haar bleibende Schäden zu, machen es rau, brüchig und glanzlos.

Die sanfte und pflegende Alternative heißt: pflanzliche Haarfarben ohne Peroxide, Ammoniak, synthetische Farb-, Duft- oder Konservierungsstoffe. Pflanzenhaarfarben legen sich wie ein feiner Film um die Haare und reichern sie zudem mit Ölen an, die sie pflegen und mit Nährstoffen versorgen. Die pflanzlichen Farbtöne enthalten ausschließlich sorgfältig ausgewählte Naturrohstoffe, fein gemahlenes Henna, Kräuter wie Kamille und Früchte wie zum Beispiel Rote Beete, Rhabarber, Cassia oder Walnussschalen. Zudem sorgen pflegende Weizenproteine für einen schönen Glanz. Allerdings wäscht sich der neue Farbton mit der Zeit wieder aus; dafür kann man die Anwendung jederzeit, ohne den Haaren zu schaden, wiederholen.

Die neue Generation von Pflanzenhaarfarben ist besonders schonend und in ihrer Anwendung einfach und praktisch: Man kann sie mit heißem Wasser als nicht tropfende Paste anrühren oder bereits als fertige Creme kaufen. Bei der Anwendung beginnt man am besten am Hinterkopf und verteilt die Creme dann vom Ansatz bis in die Spitzen der einzelnen Strähnen. Je feiner oder heller das Haar ist, desto schneller und intensiver nimmt es die Pflanzenfarbe an. Die Farben sind im Übrigen gut untereinander mischbar, so kann man sich jede erdenkliche Nuance selbst komponieren.

Damit die neue Haarfarbe lange schön bleibt, lohnt ein bisschen mehr Pflegeaufwand: Spezielle Farbpflege-Shampoos stärken die Struktur der Haare und erhalten den Farbglanz. Sie enthalten farbgebende Extrakte, die die Farbintensität beleben und Glanz verleihen. Nach der Haarwäsche sorgen Pflegespülungen für eine lockere Fülle und gute Kämmbarkeit. Strapazierte Haarstrukturen werden sanft geglättet und in Form gebracht. Mit einer wöchentlichen Kur bekommt das Haar eine Extraportion Pflege: Hochwertige Pflanzenöle (z. B. Rosmarin) wirken durchblutungsfördernd und harmonisieren das Gleichgewicht der Kopfhaut. Feuchtigkeit spendende Extrakte sorgen dafür, dass sich die Haare natürlich regenerieren.

Zur besonderen Pflege von blondem Haar eignen sich Kamillenblüten. Sie hellen sanft auf und machen die Haare weich und duftig. Hennapulver in kochendem Wasser aufgelöst und möglichst warm im feuchten Haar verteilt sorgt für einen hübschen rötlichen Schimmer. Dunklem Haar verleiht Walnussschalenpulver, ebenfalls in heißem Wasser gelöst und mit einem Schuss Zitrone versetzt, einen warmen, lebendigen Farbton.

Durch die Zugabe eines Eigelbs werden pflanzliche Haartönungen mit natürlichem Lezithin angereichert. Das nährt die Haarwurzeln und fördert gesunden und kräftigen Haarwuchs. Pflanzenöle wie Oliven- oder Jojobaöl pflegen die Kopfhaut, glätten die Schuppenschicht und schützen vor dem Austrocknen.

 

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