31.05.2010

Der Dachs ist los.

NAJU-Mitglieder waren auf Dachsbeobachtung

 

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Endlich geht die Sonne unter. Mein Magen knurrt schon und ich kann es kaum mehr erwarten, mir den Bauch mit Regenwürmern, Schnecken, Maulwürfen, Früchten und Wurzeln vollzuschlagen. Aber erst mal muss ich prüfen, ob die Luft rein ist. Da ich nicht besonders gut sehen kann, halte ich meine Nase aus meiner Burg. Ich wittere keine fremden Gerüche, also kann es losgehen. Ich flitze ein letztes Mal durch den Tunnel in meinen vier Meter tiefen Bau, der aus verschiedenen Kammern besteht. Diese haben meine sechsköpfige Familie und ich mit trockenem Gras ausgepolstert. Damit es hier unten schön sauber bleibt, haben wir unsere »Toilette« überirdisch in der Nähe des Baus ausgehoben. Das Gras in den Kammern tauschen wir regelmäßig gegen frisches Material aus – wir haben einen richtigen Putzfimmel.

Ich wecke den Rest der Familie, verabschiede mich und laufe durch den Hinterausgang in den Wald. Gleich in der Nähe des Baus fange ich an, im weichen Waldboden nach Regenwürmern zu suchen, denn Regenwürmer sind meine Lieblingsspeise. Meine Schnauze und meine Vorderbeine mit den langen, starken Krallen eignen sich hervorragend, um damit in der Erde nach ihnen zu wühlen und zu graben. Meine drei Jungen sind noch nicht auf den Geschmack von Würmern gekommen, sie werden gesäugt. Erst in einigen Wochen werden sie unseren Bau verlassen und gemeinsam mit ihrer Mutter auf Nahrungssuche gehen.

 

 

Steckbrief: Der Dachs
Lebensraum: Laub- und Mischwälder, aber auch Parks und heckenreiche Feldfluren / Größe: 80 – 90 cm vom Kopf bis zur Schwanzspitze / Lebenserwartung: bis zu 15 Jahren / Nahrung: Allesfresser / Besonderheiten: lebt in Gruppen von bis zu 15 Tieren in einem Bau; ist hauptsächlich nachtaktiv

 

 

Mit den ersten Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach schimmern, kehre ich zurück in meinen Bau. Ich zwänge meinen kugelrunden Bauch durch den Tunnel in meine Kammer, rolle mich zusammen und schlafe sofort ein.

››› Meike Lechler, Leiterin Kinderbereich Rudi Rotbein, NAJU

 


Visual Dieses Lager gehört zur Naturschutzstation Dachsenberg. Von hier aus starten die Bewohner ihre Erkundungstouren in die Tier- und Pflanzenwelt.
In Sachsen gibt es seit 1990 die Naturschutzstation Dachsenberg. Diese entstand mithilfe des großen Engagements vieler Jugendlicher aus der ehemaligen Station der Staatssicherheit der DDR. Heute bietet die NAJU Sachsen dort das ganze Jahr über tolle Aktionen und Freizeiten für Kinder und Jugendliche an, wie das Wichtelkindercamp oder die Streuobstwiesen-Freizeit.

Mehr Infos zum Angebot der NAJU Sachsen findest du unter www.naju-sachsen.de

 


Familie Dachs beim Foto-Shooting

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