Das Alter kann warten
Wer der Haut rechtzeitig gibt, was sie braucht, kann die Faltenbildung eine ganze Weile austricksen.
Möglichst lange jung und strahlend aussehen, das wollten Menschen zu allen Zeiten. Heute haben wir den Vorteil, dass die Wissenschaft viele Erkenntnisse darüber gewonnen hat, was unsere Haut altern lässt und wie wir Linien und Falten vorbeugen können. Die weniger gute Nachricht: Auch die Spuren des Alterns sind erblich. Haben unsere Eltern früh Falten bekommen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich bei uns im ähnlichen Alter erste Linien zeigen. Doch es gibt auch Trost: Mit der richtigen Pflege und einer gesunden Lebensweise können wir einiges dafür tun, um unser Aussehen lange frisch und jugendlich zu erhalten.
Bereits ab Ende 20 nimmt die Fähigkeit der Haut, feuchtigkeitspendende und straffende Kollagen- und Elastinfasern zu bilden, deutlich ab. Sie wird dünner und wirkt nicht mehr ganz so prall. Immerhin einen kleinen Vorteil hat diese Entwicklung, denn ab jetzt neigt die Haut auch weniger zu Unreinheiten, wie Pickel und Mitesser. Etwa zehn Jahre später, also um die 40, verringern die Talgdrüsen ihre Produktion im Vergleich zur Jugend etwa um die Hälfte. Jetzt wird die Fettschicht der Unterhaut merklich dünner, und es bilden sich allmählich tiefere Falten. Wieder ein Jahrzehnt später sinkt der Was sergehalt der Haut auf sieben Prozent ab – das ist nur noch die Hälfte dessen, was die kindliche Haut an Wasser speichern kann. Schweiß- und Talgdrüsen bilden sich immer mehr zurück, die Spannkraft lässt spürbar nach, das Bindegewebe wird schlaffer, die Haut trockener. Damit nimmt auch ihre Widerstandskraft gegenüber Umwelteinflüssen oder anderen Veränderungen ab. Doch wir können einiges dafür tun, um diesen Prozess möglichst lange hinauszuzögern. Zum Beispiel sollte man frühzeitig mit der richtigen Pflege beginnen, damit sich der Feuchtigkeitsverlust nicht so bald bemerkbar macht. Als natürliche Quellen bieten sich unter anderem Gurke und Aloe vera an. Das frische Blattgel der Aloe vera diente bereits der ägyptischen Königin Kleopatra als Badezusatz und der Frischsaft als Haarspülung. Eine Tagescreme mit hauteigenen Feuchtigkeitsbindern beugt Trockenzonen vor. Sheabutter, Avocado, Himbeersamenöl, Traubenkernöl oder Nachtkerzensamenöl helfen, die natürliche Barriere der Haut zu stärken, und sorgen zusätzlich für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Nachts kann die Pflege auch reichhaltiger sein. Zusätzliche Anti-Aging-Wirkstoffe wie regenerierende pflanzliche Extrakte oder Vitamine werden dann besonders gut aufgenommen.
In den Wintermonaten ist die Pflege übrigens doppelt wichtig, denn kalte Luft treibt die Talgdrüsen in die Zwangspause und schröpft weiter die Feuchtigkeitsdepots. Temperaturschwankungen und aufgeheizte Räume bringen den Fettund Wasserhaushalt zusätzlich aus dem Lot. Deshalb sollte schon bei der Reinigung reiferer Haut alles vermieden werden, was sie weiter austrocknen lässt. Statt aggressiver Waschgele besser milde Öle oder Reinigungslotionen mit Feuchthaltefaktoren verwenden, die in die Hautfältchen einziehen können. Wer anschließend mit Gesichtswasser klärt, bereitet die Haut optimal auf die Pflegecreme vor.
Regelrechte Feinde der Haut sind die sogenannten freien Radikalen. Darunter versteht man aggressive Moleküle, die unter anderem in der Haut zerstörerische Prozesse in Gang setzen. Sie werden besonders durch UV-Licht und Nikotin begünstigt und sorgen zusätzlich für eine frühzeitige Hautalterung. Manche Experten vermuten, dass bis zu 80 Prozent unserer Falten im Gesicht allein auf das Konto der UV-Strahlen gehen. Ausgiebiges Sonnenbaden sollte man also nach Möglichkeit vermeiden und am Meer oder in den Bergen grundsätzlich auf eine Pflege mit hohem Lichtschutzfaktor achten.