Clementinen - Mal eben so naschen
Während die Botaniker und Obstbauern noch über die Zuordnung von Arten und Sorten streiten, machen andere mit der süßen Kleinigkeit das, was sich gehört: mal eben so nebenbei schälen und essen.
Die Clementine ist ein Problem! Überhaupt die Zitrusfrüchte: Bei der Einteilung solcher Erscheinungen wie Bergamotte, Bitterorange, Kumquat, Limette, Limquat, Pomeranze, Tangelo, Satsuma, Tangor oder Yuzu in die Reihe der uns geläufigen großen Vier (Grapefruit, Orange, Zitrone und Mandarine) gerät selbst der Fachmann ins Schwitzen.
Die Clementine ist nicht, wie angenommen, eine Kreuzung zwischen der Mittelmeer-Mandarine und einer Zierpomeranze. Sie ist identisch mit der chinesischen Canton-Mandarine und zählt zur großen Gruppe der Mandarinen. Was sie von der bei uns als solche bezeichneten Mandarine unterscheidet? Clementinen sind fast kernlos, sie enthalten mehr Zucker, weniger Säure und sind länger haltbar.
Mandarinen wie die Clementine sind ursprünglich keine Mittelmeeranwohner. Ganz Genaues weiß man nicht, aber irgendwo in China stand ihre Wiege, von hier aus verbreitete sie sich über Südostasien, bis sie schließlich von den englischen Kolonialherren ans Mittelmeer und in die Neue Welt verbracht wurden.
Der immergrüne Mandarinenbaum ist, im Gegensatz zu seinen Früchten, kälteresistenter als viele andere Zitrusgewächse und kann ebenso in Wüstengebieten wie in subtropischen Regionen existieren. Mandarinenschalen sind verletzungsanfällig und neigen zum "Puffig werden" (Ablösen). Zu spät geerntet, wird das Fruchtfleisch schnell fad und trocken. Natürlich werden Mandarinen auch gerne in Dosen, Marmeladen, Säften und Likören versteckt - was dem Konsumenten aber besonders gut an ihr gefällt, fasst das englische "Easy Peeler" in eine prägnante Formel. Die Mandarine ist eine Brotzeit und Mal-eben-so-Frucht: Schälen. Essen. Und gut ist!