01.04.2008

Bohlsener Mühle

Vom Korn so viel wie möglich

Inmitten von Feldern liegt Bohlsen in der Lüneburger Heide. Das alles überragende Element in dem kleinen, aber schmucken Ort ist die Wassermühle: die Bohlsener Mühle.

Die Bohlsener Mühle ist Bioland-Hersteller und seit 1999 Alnatura Partner. Die Geschichte der Wassermühle reicht zurück bis in das 13. Jahrhundert und damit zählt Bohlsen zu einem der ganz alten Mühlenstandorte in Niedersachsen. Aber die Bohlsener Mühle ist kein Museum, vielmehr ein Ort, an dem gerade seit 1979 viel passiert ist: Zu diesem Zeitpunkt übernimmt Volker Krause von seinem Vater Helmut Krause den Mühlenbetrieb und stellt auf die ausschließliche Verarbeitung von Getreide aus ökologischem Anbau um. Wirtschaftlich war es um die Mühle damals schlecht bestellt, Volker Krause musste für die Mühle einen neuen Ansatz finden – nichts lag da für ihn näher als der aufkommende Bio-Markt, für den er schon immer ein Faible hatte. Der engagierte angehende Ökonom ging damals in der Gegend von Bauer zu Bauer, um sie zu überzeugen, ihren Anbau auf Bio-Landwirtschaft umzustellen. Heute wird die Bohlsener Mühle von der Erzeugergemeinschaft Öko-Korn-Nord beliefert, die inzwischen über 125 Betriebe umfasst und die größte Bio-Getreide-Erzeugergemeinschaft Niedersachsens ist. 1979, als Volker Krause die Mühle übernahm, arbeiteten dort zwei Mitarbeiter. Heute, in 2008, sind es über 110.

 


Die alte Mühle aus dem Jahr 1852, idyllisch an der Gerdau gelegen, ... Die alte Mühle aus dem Jahr 1852, idyllisch an der Gerdau gelegen, ...
Dinkel als wichtiger Bestandteil von Crackern und Keksen Volker Krauses Betrieb steht für ökologische und soziale Verantwortung: »Wir wollen keine Ausbeutung der Flächen, sondern dauerhaft und nachhaltig davon leben. Und wenn das bedeutet, dass ein Acker eine Saison brachliegen muss, um sich zu erholen, dann ist das auch akzeptabel.« Im Gespräch mit dem Alnatura Magazin betont Volker Krause, dass ihm die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region sehr am Herzen liegt. Deswegen hat das Unternehmen den Bau der modernen Backstraße, die sich ein paar hundert Meter entfernt von der alten Mühle befindet, nicht in die neuen Bundesländer verlegt, »obwohl es dafür lukrative Fördergelder gegeben hätte!«, so Volker Krause. Ihm ist es wichtiger, die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu beleben. In diesem Zusammenhang hat der überzeugte Bio-Unternehmer den Dinkelanbau in der näheren ländlichen Gegend nach Kräften gefördert. Dinkel ist heute eine der Hauptgetreidesorten, die in der Bohlsener Mühle etwa zu Keksen oder Crackern weiterverarbeitet werden – in den Alnatura Super Natur Märkten unter der Marke Bohlsener Mühle, aber auch als Alnatura Produkte erhältlich.

 


... wird durch eine moderne Backstraße ergänzt. ... wird durch eine moderne Backstraße ergänzt.
Die Sonne über den grünen Feldern Die Bohlsener Mühle liefert Lebensmittel mit einer regionalen Identität. Die Sonne über den grünen Feldern im Markenzeichen steht für die Region der Lüneburger Heide im Getreideland Deutschland. Zum Verständnis der Regionalität gehört auch, dass die Bohlsener Mühle mit ihrer angeschlossenen Bio-Bäckerei mit frischem Brot, Brötchen und Konditoreiprodukten Naturkostläden und Bäckereien in der Lüneburger Heide bis in die Großstädte Bremen, Hamburg, Hannover und Braunschweig beliefert. Das größte Volumen des Geschäfts nimmt aber die Herstellung von Dauergebäck wie Kekse, Cracker und weitere Knabberartikel ein. Auch Müslis und Crunchys verlassen die Bohlsener Mühle in Richtung des gut sortierten Naturkostfachhandels in Deutschland und der Welt.

 


Mittels elektronischer Waage gelangen die Kekse mit richtigem Gewicht in ihre Verpackung. Mittels elektronischer Waage gelangen die Kekse mit richtigem Gewicht in ihre Verpackung.
An der Backstraße herrscht das Credo: Vom Korn so viel wie möglich. Volker Krause: »Wir verwenden viel volles Korn, weil sich vor allem in der Schale viele Mineral- und Nährstoffe befinden.« Beim Dinkel muss das Getreidekorn zunächst von seinen Spelzen befreit werden. Normalerweise sind sie ein Abfallprodukt, das in Ausnahmefällen für Kissenfüllungen verwendet werden kann, der größte Anteil müsste jedoch entsorgt werden. Volker Krause hat hingegen mit Fachleuten ein Verfahren entwickelt, die Dinkelspelzen zu Pellets zu pressen, um diese zum Heizen nutzen zu können. Es dreht sich bei der Bohlsener Mühle immer wieder um den zentralen Gedanken des umweltverträglichen Handelns in allen seinen Facetten. Selbst das traditionsreiche Mühlrad leistet dabei seinen Beitrag, indem es heute noch einen Teil der benötigten Energie aus Wasserkraft gewinnt.

»Manchmal bin ich selbst über unseren Erfolg überrascht«, resümiert der Firmenchef, wenn er an die Geschichte der von ihm vor knapp dreißig Jahren übernommenen Mühle denkt. Eine ganze Region profitiert heute davon, dass der Bohlsener Mühle der Schritt vom kleinen Getreideverarbeiter zum vielseitigen Bio-Lebensmittelhersteller geglückt ist.

Mehr Informationen über die Bohlsener Mühle finden Sie unter http://www.bohlsener-muehle.de/

 

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