Bio-Trockenfrüchte
Sie sind fruchtig-süß, intensiv aromatisch und sehr gut haltbar –getrocknete Früchte schmecken pur, als Müslizutat, in Süßspeisen und Gebäck oder schokoliert als süßer Snack.
Das Trocknen von Früchten ist eine der ältesten Konservierungsmethoden überhaupt. Den Früchten wird dabei Wasser entzogen, sodass sich Keime kaum vermehren können. Schon vor Jahrtausenden schützte man so nach der Ernte überschüssiges Frischobst vor dem Verderb und legte gleichzeitig einen Vorrat für den Winter an.
Trockenfrüchte erfordern eine sorgsame Auswahl: Nur ausgereiftes, saftiges und unversehrtes Obst kommt für eine Verarbeitung in Frage. Es wird gewaschen, aus Schüttelsieben sortiert und gereinigt und je nach Sorte entsteint (Pflaumen, Sauerkirschen) oder geschnitten (Ananas, Mango, Papaya). Dann werden die Früchte getrocknet. Dies geschieht meist in der Sonne oder in speziellen Dörrapparaten. Sorgfältig geprüft und kontrolliert werden die getrockneten Ananas, Äpfel und Co. verpackt und können ihre Reise in die Naturkostregale antreten.
Bio-Trockenfrüchte stammen aus ökologischem Anbau, welcher unter anderem auf organo-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet. Die Schädlingsbekämpfung erfolgt auf natürliche Weise. Konventionelle Trockenfrucht-Hersteller dürfen außerdem Schwefel zur Konservierung einsetzen, um die Farbe heller Früchte (besonders bei Aprikosen) zu erhalten. Manche Menschen reagieren auf Schwefelrückstände empfindlich. Bei Bio-Trockenfrüchten wird auf eine Schwefelung verzichtet und eine dunkle Farbe als Zeichen der Naturbelassenheit gerne in Kauf genommen. Ebenso ist die Begasung mit dem kritisch diskutierten Schädlingsbekämpfungsmittel Methylbromid und die Verwendung des Konservierungsstoffs Sorbinsäure für Bio-Produkte nicht gestattet.
Auch Bio-Trockenfrüchte, insbesondere solche mit einem realtiv hohen Restwassergehalt, sollen natürlich von Insekten verschont bleiben. Deshalb werden zum Beispiel Feigen und Aprikosen bei unter minus 30 Grad Celsius für kurze Zeit schonend schockgefrostet. Schließlich erfolgt die Verpackung unter Schutzgasatmosphäre – statt Luft wird natürliches Kohlendioxid oder Stickstoff in die Packungen geblasen. Um bei Feigen einen Befall mit Schimmelpilzen, die krebserregende Aflatoxine bilden, auszuschließen, muss jede Feige einen UV-Test bestehen. Betroffene Früchte werden dabei enttarnt und aussortiert. Am besten füllt man Trockenfrüchte nach dem Kauf in verschließbare Gefäße um und bewahrt sie kühl, trocken und dunkel auf. Ihre Verwendungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Sorten. Die unverwechselbaren Klassiker:
Rosinen sind wohl die meistverwendeten Trockenfrüchte, ob in Müsli, Gebäck, indischen Gerichten oder Desserts – zum Kochen und Backen sind sie echte Alleskönner.
Pflaume – eingeweicht eine Köstlichkeit zu Fleischgerichten, eingekocht als Kompott, in Eiscreme oder süßen Nachspeisen.
Dattel – die Palmenfrucht verfeinert nicht nur Frucht-, sondern auch herzhafte Salate (zum Beispiel Avocadosalat). Genießer-Tipps: mit Nüssen oder Käse füllen oder im Speckmantel in der Pfanne zubereiten.
Apfelringe ergänzen, klein geschnitten, jedes Müsli und lassen sich sehr gut zu Kompott verarbeiten.Aprikosen schenken herzhaften Gerichten eine fruchtige Note. Eingeweicht und püriert eignen sie sich für feine Cremes, Nachspeisen und zur Zubereitung von Marmelade.
Ananas verfeinert durch ihre konzentrierte Süße und ihr typisches Aroma Müslis, Obstsalate und Nachspeisen.
Banane hat getrocknet ein intensives Aroma und ist ein leckerer süßer Snack. Bananenchips sind in Kokosöl frittierte Bananenscheiben, die mit Zucker und Honig gesüßt werden.
Mango ist getrocknet nicht nur als Knabberei geeignet, sondern auch als leckere Zutat für Müslis, Obstsalate und exotische Gerichte.
Die geheimnisvollen Extravaganten:
Die Feige ist vermutlich die älteste Kulturpflanze der Welt. Da die hübschen Früchte sehr empfindlich sind, kommen sie nur selten frisch in den Handel, der Großteil wird durch Trocknen haltbar gemacht. Mit ihrem honigsüßen Geschmack sind Feigen nicht nur pur ein besonderer Genuss, sondern verfeinern ebenso herzhafte Speisen, Kuchen und Desserts.
Maulbeeren sind Sammelbeerenfrüchte, vergleichbar mit Brombeeren. Die weichen, sehr empfindlichen Früchte gedeihen in den subtropischen Gebieten der Erde und werden hierzulande wie Feigen hauptsächlich in getrockneter Form angeboten. Man unterscheidet weiße, schwarze und rote Sorten. Im Geschmack sind getrocknete Maulbeeren süßlich-herb, an Rosinen und Honig erinnernd. Sie eignen sich gut zum Süßen von Tee oder als Zutat in Joghurt und Müsli.
Physalis stammen ursprünglich aus den Anden und werden nach wie vor insbesondere in Südamerika angebaut. Mit ihrer lampionähnlichen Hülle sind die kirschgroßen orangeroten Früchte gern gesehene Deko-Elemente an Cocktails oder Salaten. Das süßsaure Aroma kommt durch die Trocknung noch besser zur Geltung – ein besonderes Geschmackserlebnis in Muffins oder als Solo-Snack.