01.08.2008

Bio-Metzgerei Packlhof

Prinzipientreu

Das Alnatura Magazin besucht den exklusiven Fleisch- und Wurstlieferanten der Alnatura Super Natur Märkte im oberbayerischen Eurasburg.

 

Visual
»Wer wagt, gewinnt«. So betitelte die Süddeutsche Zeitung im Juli 2007 ihren Artikel anlässlich der Verleihung des Wirtschaftspreises des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen an die Bio-Metzgerei Packlhof. »Mut, Ausdauer und Zusammenhalt haben den Betrieb zu dem gemacht, was er heute ist: ein erfolgreiches Familienunternehmen mit über 20 Mitarbeitern, welches seit mehr als zwei Jahrzehnten immer wieder neue Schmankerl in bester Bio-Qualität hervorbringt«, so die Beurteilung für den Preisträger Packlhof.

 


Josef Urban: »Der Grund für die Enthornung unserer Kühe ist die große Verletzungsgefahr für Tier und Mensch. Eine Wesensveränderung habe ich noch nie bemerkt.« Josef Urban: »Der Grund für die Enthornung unserer Kühe ist die große Verletzungsgefahr für Tier und Mensch. Eine Wesensveränderung habe ich noch nie bemerkt.«
»Als wir 1981 auf Bio umgestellt haben, haben die Leute hier zunächst gelacht: Jetzt zählen allein fünfzig Betriebe in der unmittelbaren Nähe zu den Bio-Erzeugern«, erzählt uns Josef Urban, als wir mit seinem Wagen vom Ladengeschäft seiner Bio-Metzgerei in Eurasburg hinauf auf den eigentlichen Packlhof fahren, vorbei an Hunderten von Ziegen, die von Münchnern unter biologischen Zuchtbedingungen ganz in der Nähe seines Hofes gehalten werden. »Begonnen hat das alles mit dem kleinen Hofladen meiner Frau Regina. Schon früh hat sie hier unsere Fleisch- und Wurstwaren und auch weitere biologisch angebaute Lebensmittel verkauft. Aufgrund der ständig steigenden Nachfrage wurde dieses Geschäft zu klein, und wir haben uns 2006 entschieden, im nahen Gewerbegebiet von Eurasburg eine größere Bio-Metzgerei mit modernem Produktions- und Zerlegebetrieb zu errichten.« Mittlerweile umfasst der Hof eine bewirtschaftete Fläche von 50 Hektar Land und einen Viehbestand von 80 Rindern. Der Bioland-zertifizierte Betrieb verarbeitet das Fleisch auf schonende Weise, mit handwerklichem Können und ohne chemische Zusätze. Und stolz fügt Josef Urban hinzu: »Im neuen Betrieb in Eurasburg haben wir die höchsten Vorgaben der EU-Hygieneverordnung umgesetzt.«

 


Die hohe Qualität der leckeren Fleisch- und Wurstwaren ist die Visitenkarte des Familienunternehmens, das von Josef Urban und seiner Frau Regina geführt wird. Die hohe Qualität der leckeren Fleisch- und Wurstwaren ist die Visitenkarte des Familienunternehmens, das von Josef Urban und seiner Frau Regina geführt wird.
Landwirtschaft mit Freude, Engagement und im Einklang mit der Natur

Der Packlhof verwendet ausschließlich Fleischprodukte von kontrolliert biologisch wirtschaftenden Betrieben des Umlandes. Geschlachtet wird im Bio-zertifizierten Schlachthof von Fürstenfeldbruck. Von der Pinzgauer Mutterkuh-Herde des eigenen Hofes kommt das Fleisch für die Produktion, der Rest von Bio-Bauern des Umlandes. Ortstermin bei den Pinzgauer Rindern: Obwohl wir nun schon häufiger mit Kühen zu tun hatten, finden wir die folgende Szene doch sehr bemerkenswert. Wir stehen mit Josef Urban auf der weitläufigen Weide in der Bilderbuchlandschaft Oberbayerns, auf einer Anhöhe zwischen Starnberger- und Tegernsee, mit Blick auf die Zugspitze, und die Pinzgauer Rinder laufen zu ihm und möchten scheinbar mit ihm schmusen. »Die Pinzgauer sind sehr zutraulich, robust und das Fleisch ist sehr zart. Es hat eine schöne Farbe, ist marmoriert und geschmacklich mit dem kräftigen Fleisch des Angusrindes zu vergleichen«, so Josef Urban. Als wir gemeinsam von der Weide zum idyllisch gelegenen Hof zurücklaufen, kommen wir an ein paar Obstbäumen vorbei. An einem der Bäume steht eine Leiter und oben drauf der betagte Vater von Josef Urban, um Äpfel zu ernten. Die kleine Person auf der Leiter, die zerschlissene Jacke und der Strohhut – die Szene könnte einem alten italienischen Film entsprungen sein: Fellinis »Amarcord« lässt grüßen. Wenig später reiben wir uns erneut die Augen; wir werden Zeuge, wie in der weitläufigen Stallung zwei Kälber geboren werden. Einige Kinder schauen mit uns zu, die Kinder eines Fotografen der Süddeutschen Zeitung, an den die Urbans ein Haus auf dem Hof vermietet haben. Alles fast zu schön, um wahr zu sein. Aber Realität auf dem Packlhof.

 


Bio-Brotzeit vom Packlhof Kaminwurzen, Teufelsstangen, roher und gekochter Schweineschinken, Gelbwurst und Streichwurst Hausmacher Art. Teufelsstangen und Gelbwurst wurden im Februar 2008 vom bayerischen Fleischer-Verband ausgezeichnet. Bio-Brotzeit vom Packlhof Kaminwurzen, Teufelsstangen, roher und gekochter Schweineschinken, Gelbwurst und Streichwurst Hausmacher Art. Teufelsstangen und Gelbwurst wurden im Februar 2008 vom bayerischen Fleischer-Verband ausgezeichnet.
Doch Josef Urban verfällt angesichts des Geburtsvorgangs nicht in Sentimentalität, möchte uns hingegen noch die Biogasanlage des Hofes zeigen. Hier vergären Gülle, Mist und Gras in einem Tank, dabei entsteht Methangas. Die Menge, die dabei frei wird, reicht aus, um den gesamten Hof zu heizen und mit Strom zu versorgen. »Energetisch gesehen sind wir praktisch Selbstversorger.« Später sitzen wir bei den Urbans zum Kaffee und Regina Urban erzählt, wie lange das Paar und Alnatura Inhaber Götz Rehn sich schon kennen. »Über 19 Jahre ist das her, seitdem sind wir Partner von Alnatura und seit 2008 sogar exklusiv für die Versorgung der Alnatura Super Natur Märkte mit Wurst und Fleisch zuständig. Was wir an dieser Beziehung so schätzen, ist der ehrliche partnerschaftliche Umgang miteinander. Wir legen gemeinsam fest, wie stark wir wachsen können, denn Bio braucht auch Beschränkungen, wenn man seinen Prinzipien treu bleiben möchte.«

Weitere Informationen über Packlhof unter www.packlhof.de

 

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