01.07.2010

Bio-Früchten auf der Spur

»Das ist Handel in seiner ursprünglichen Form. Das finde ich spannend!« Fernando Krokisius, Alnatura Sortimentsmanager Obst und Gemüse

 

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An einem Montag im Mai in einem Verteilzentrum in Duisburg, Geschäftiges Treiben: Äpfel, Zitronen, Zucchini und viele andere Früchte und Gemüse werden von einem Ort zum anderen gebracht, vom Wareneingang zum Warenausgang. Mittendrin gehen zwei Herren und unterhalten sich angeregt, machen immer wieder Halt an den Obst- und Ge müsekisten, deren Inhalt sie ganz genau unter die Lupe nehmen. Der eine ist Fernando Krokisius, Sortimentsmanager für den Bereich Obst und Gemüse bei Alnatura. Sein Begleiter: Sascha Suler, Betriebsleiter des Duisburger BioTropic-Büros. BioTropic ist Partner von Alnatura in Sachen Obst-/Gemüse- Import. Die Duisburger haben viel Erfahrung auf diesem Gebiet – seit der Gründung im Jahr 1997 hat sich das Unternehmen zu einem wichtigen Importeur für Bio-Frischwaren entwickelt. Ob Tomaten aus Italien, Bananen aus Peru oder Äpfel aus Neuseeland – zu wissen, wo die Waren herkommen, wie sie angebaut werden, wer die Landwirte sind, hat oberste Priorität. »Wir wollen, wenn möglich, stets beim Erzeuger direkt einkaufen «, erklärt Sascha Suler. Hauseigene Agraringenieure sind regelmäßig vor Ort bei den Landwirten, stehen beratend zur Seite, betreuen die Produktionsabläufe und kontrollieren die Qualität der Waren. »Nur so können wir eine transparente und erzeugernahe Beschaffung garantieren«, sagt Sascha Suler.

 


Visual Fernando Krokisius im Gespräch mit seinem Freiburger Kollegen Michael Kaus (links) und Michael Pickel (rechts), Gärtnerei Piluweri.
Regelmäßig verlegt Fernando Krokisius seinen Arbeitsplatz vom Büro im südhessischen Bickenbach nach Duisburg. Vor Ort bespricht er aktuelle Entwicklungen auf dem Obst- und Gemüsemarkt, Aktionen in den Filialen, Absprachen mit Erzeugern. Doch zuallererst geht er immer ins Lager und zur Qualitätskontrolle der Ware. Noch bevor beispielsweise die neuseeländischen Demeter-Äpfel in die Alnatura Filialen kommen, kann der Sortimentsmanager sich davon überzeugen, dass die Früchte so knackig, fruchtig und süß sind, wie man es erwarten darf. Beim gemeinsamen Rundgang erklärt er, warum es auch sinnvoll sein kann, Ware aus Übersee zu beziehen: »In Deutschland sind die Äpfel etwa im September, Oktober reif für die Ernte. Alles, was nicht sofort in den Verkauf kommt, wird in sogenannter »kontrollierter Atmosphäre«, unter optima len Umgebungsbedingungen, gelagert. Das kostet selbst bei fortschrittlicher, sparsamer Technologie Energie. Außerdem hat die Lagerfähigkeit auch Grenzen. Irgendwann wird jeder Apfel mehlig.« Und dann? »Wenn wir Äpfel aus Übersee beziehen, bevorzugen wir, wann immer möglich, Demeter-Ware.« Da wäre zum Beispiel die familiengeführte Demeter-Obstplantage »Te Koha« auf der Nordinsel von Neuseeland zu nennen. Die Royal-Gala-Äpfel, die wir gerade in der Hand halten, kommen von dort und überzeugen uns beim ersten Biss.

 


Über Fernando Krokisius vielfältige weitere Aufgaben erfahren wir mehr am Nachmittag.

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Wir sind auf dem Demeter-Hof Hubert Bois verabredet. Betriebsleiter Kazim Bois nimmt uns mit auf einen Ausflug durch Salatfelder, Apfelbaum-Plantagen und lange Reihen von Beerensträuchern. Geduldig erklärt uns der Demeter-Bauer die Funktion der Folien über den Salatköpfen: »Unter die Folie gelangt kein Schmutz, unerwünschtes Beikraut kann nicht gedeihen, der Salat ist vor Wind geschützt und Wasser dringt dennoch hindurch.« Geerntet wird per Hand, um individuell auf den Reifegrad eingehen zu können. Und das Ergebnis sieht richtig schmackhaft aus!

 


Visual Gemeinsam mit seinen Partnern überzeugt Fernando Krokisius sich regelmäßig von der Qualität der importierten Bio-Früchte.
Regelmäßig trifft sich Fernando Krokisius mit den Natur-Kultur-Partnern – die direkte Zusammenarbeit mit den Landwirten, die die Alnatura Filialen beliefern, ist ihm wichtig. »Nur im Dialog mit den Erzeugern kann ich das Sortiment sinnvoll gestalten.« Dabei weiß der Alnatura Obst- und Gemüseexperte das zentral koordinierte Filial-Geschehen und die Organisation der regionalen Waren über Bauern und Großhändler miteinander zu vereinbaren. Die Filialen bestellen selbstverantwortlich. »Die Kollegen kennen die Wünsche der Kunden einfach besser und sind näher an der Ware dran«, erläutert er. »In jeder Region arbeite ich eng mit einem Obst- und Gemüse- Verantwortlichen in einer Filiale zusammen, der wiederum in regelmäßigem Austausch mit seinen Kollegen aus den umliegenden Alnatura Märkten steht. So bin ich immer auf dem aktuellsten Stand.« Seine Filial-Ansprechpartner sind stets mit dabei, wenn sich Fernando Krokisius mit NaturKultur-Partnern und regionalen Großhändlern trifft. Neben den notwendigen Preisverhandlungen stehen dann elementare Fragen auf der Tagesordnung: Wie lief die vergange ne Saison? Welche Salatsorten sind bei den Kunden besonders beliebt? Wie hoch wird wohl die Nachfrage danach in der kommenden Saison sein? Und die wichtige Konsequenz: Wie viel Salat sollen die Bauern für die nächste Aussaat einplanen?

Fernando Krokisius macht seinen Job mit Begeisterung: »Das ist Handel in seiner ursprünglichen Form. Das finde ich spannend!«