In den ersten sechs Monaten ist es für das Baby das Beste, von seiner Mutter gestillt zu werden. Auf diese Weise erhält der junge Organismus die Nährstoffe, die er für sein Wachstum braucht. Nach dem sechsten Monat genügen dem Baby der Energiegehalt und die Nährstoffe in der Muttermilch nicht mehr und das schnelle Wachstum des Kindes erfordert das Zufüttern mit fester Nahrung – zu Beginn als Brei. Sie sollten mit der so genannten Beikost frühestens nach dem vierten Monat beginnen. Die einzelnen Still- bzw. Flaschenmahlzeiten werden dabei schrittweise durch Breimahlzeiten ersetzt. Hier ein chronologischer Überblick der einzelnen Beikostphasen. Der Alnatura Ernährungsfahrplan gibt Ihnen zusätzlich einen Überblick darüber, wann es Zeit ist, welche Kost einzuführen.
Beikost nach dem 4. Monat
Frühestens nach dem vierten Monat können Sie damit beginnen, eine Stillmahlzeit durch eine Breimahlzeit zu ersetzen. Falls Ihr Baby für Beikost noch nicht bereit ist, können Sie die Einführung um einen oder zwei Monate verschieben. Beginnen Sie mittags beispielsweise mit einigen Löffeln reinem Karottenbrei vor der Stillmahlzeit oder Flasche. Empfehlenswert ist, pro Mahlzeit solange zu füttern, bis sich Ihr Baby an den Löffel gewöhnt hat und circa 100 g Karottenbrei verzehrt. Nach ein bis zwei Wochen können Sie beispielsweise einen Karotten-Kartoffel-Brei als Mittagsmahlzeit füttern. Nach etwa zwei Wochen können Sie bereits ein fleischhaltiges „Babymenü“ ausprobieren.
Viel Abwechslung im Speiseplan Ihres Babys ist nicht notwendig. Es empfiehlt sich, nicht mehr als drei oder vier verschiedene Babymenüsorten zu füttern. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund empfiehlt, nach dem vierten Monat bis zu sechsmal pro Woche eine fleischhaltige Mahlzeit zu füttern, um das Baby ausreichend mit Eisen zu versorgen. Es ist aber auch möglich, sein Baby vegetarisch zu ernähren. Weitere Infos dazu erhalten Sie im Abschnitt "Hinweise für Vegetarier und Veganer" weiter unten auf dieser Seite.
Beikost ab 6. MonatIm sechsten Monat können Sie eine weitere Milchmahlzeit durch einen Vollmilch-Getreide-Brei (ca. 200 bis 250 g) ersetzen. Beginnen Sie zunächst vor der abendlichen Stillmahlzeit bzw. Flasche, Ihrem Baby einige Löffel des zubereiteten Vollmilch-Getreide-Breis zu füttern. Die Menge können Sie in den nächsten Tagen steigern, bis die abendliche Milchmahlzeit durch diesen Brei vollständig ersetzt wird. Empfehlenswert ist, mit einer glutenfreien Sorte (z. B. Hirse oder Reis) zu beginnen.
Beikost ab 7. MonatIm siebten Monat können Sie eine weitere Milchmahlzeit Ihres Babys durch einen milchfreien Getreide-Obst-Brei ersetzen. Auch diese Mahlzeit beginnen Sie mit einigen Löffeln und steigern dann die Menge. Dazu können Sie den angerührten milchfreien Vollkorn-Getreidebrei mit Obstbrei verfeinern.
Am Ende des siebten Monats besteht der Ernährungsplan des Säuglings aus mindestens vier Mahlzeiten:
morgens: Stillmahlzeit bzw. Flasche
mittags: Gemüse-Kartoffel-(Fleisch-)Brei/Gemüse-Getreide-Brei
nachmittags: Getreide-Obst-Brei
abends: Vollmilch-Getreide-Brei
Beikost ab 8. bis 10. Monat
Der im siebten Monat eingeführte Ernährungsplan wird vom achten bis zehnten Monat beibehalten. Ab dem achten Monat ändern sich die Konsistenz und die Menge der Hauptmahlzeiten für Ihr Kind. Die "Juniormenüs" sind nicht mehr fein püriert, sondern in der Konsistenz stückiger als Babymenüs.
Beikost ab 10. MonatAb dem zehnten Monat hat das Baby meist schon so viele Zähnchen, dass es auch festere Nahrung kauen und langsam an die Familienkost herangeführt werden kann. Die bisherigen vier etwa gleichgroßen Milch- und Breimahlzeiten gehen nun in drei Haupt- und zwei kleine Zwischenmahlzeiten der Familienkost über.
Beikost ab 12. MonatEinige Kinder haben sich nun schon an die Familienkost gewöhnt. Von nun an können Sie Ihrem Kind als vollwertige Mittagsmahlzeit auch "Kindermenüs" anbieten. Diese sind in der Konsistenz noch stückiger als Juniormenüs.
GetränkeMit der Einführung der Beikost ist es empfehlenswert, dem Baby regelmäßig zu und zwischen den Mahlzeiten Getränke anzubieten. Am besten eignen sich stilles, natriumarmes Mineralwasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Gewöhnen Sie Ihr Kind spätestens mit dem Übergang auf die Familienkost daran, möglichst zu jeder Mahlzeit etwas zu trinken. Insgesamt sollte Ihr Baby täglich bis zu einem ½ Liter Flüssigkeit zusätzlich zur Muttermilch bzw. Säuglingsmilchnahrung trinken. Bitte überlassen Sie Ihrem Baby zum Schutz vor Karies die Flasche nicht zum Dauernuckeln. Wir empfehlen, das Baby frühzeitig an das Trinken aus dem Becher zu gewöhnen. Mehr zum Thema Flüssigkeitszufuhr
hier.
Hinweise für Vegetarier und VeganerEisen aus Fleisch und Fisch kann besonders gut vom Körper aufgenommen werden und trägt zu einer optimalen Versorgung des Kindes bei. Wenn Sie Ihr Kind vegetarisch ernähren möchten, achten Sie bei der Zusammenstellung des Speiseplanes darauf, die in Fleisch bzw. Fisch enthaltenen Nährstoffe durch geeignete Nahrungsmittel zu ersetzen. Zusätzlich empfiehlt sich eine Beratung mit dem Kinderarzt oder einer Ernährungsfachkraft.
Tipps:
- Haferflocken und Hirseflocken aus Vollkorngetreide gelten als gute Eisenlieferanten. Das in pflanzlichen Lebensmitteln enthaltene Eisen wird zwar allgemein schlechter vom Körper aufgenommen. Jedoch kann die Aufnahme verbessert werden, indem Vitamin-C-haltiges Gemüse (z.B. Fenchel, Brokkoli, Blumenkohl) oder Obst (z.B. Apfel, Birne, Heidelbeere, Pfirsich) in die Mahlzeit eingebunden wird.
- Beim Kochen geht ein Teil des Vitamin C verloren. Wir empfehlen z.B. etwas Vitamin-C-haltigen Saft unter den fertigen Brei zu rühren oder als Nachtisch einige Löffel püriertes Obst zu füttern.
- Milchprodukte sind bei einer vegetarischen Ernährung wichtig für Ihr Kind, jedoch behindert Milch die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Deshalb sollten zwei Breie am Tag milchfrei zubereitet werden.
- Von einer rein veganen Ernährung im Baby- und Kindesalter raten Experten ab, da diese einen Nährstoffmangel zur Folge haben kann.
Sie bereiten Mahlzeiten gerne selbst zu?
Dann probieren Sie unsere Rezeptideen für das erste Lebensjahr. Dort finden Sie auch weitere Informationen rund um das Thema Ernährung.
Weitere Infos und nützliche Adressen:
Forschungsinstitut für Kinderernährung
www.fke-do.de
Deutsche Gesellschaft für Ernährung
www.dge.de
Schweizerische Gesellschaft für Ernährung
www.sge-ssn.ch
Verbraucherschutz-Ernährung-Landwirtschaft e.V.
www.aid.de
M. Kersting und G. Schöch: Ernährungsberatung für Kinder und Familien, Gustav Fischer Verlag Jena, 1996
P. Kühne: Säuglingsernährung, Arbeitskreis für Ernährungsforschung e. V.,10. Auflage 2010