Beerenfrüchte
Wussten Sie, dass Erdbeeren genau genommen gar keine Beeren sind? Die tatsächlichen Früchte sind nämlich die kleinen gelben Punkte darauf. Und das sind eigentlich Nüsse.
Ganz so streng sieht man das aber nicht – und so findet man diese Nussfrucht, genauer Sammelnussfrucht, in der Fachliteratur durchaus bei den Beerenfrüchten neben den echten Beeren wie Johannisoder Heidelbeere. Darüber hinaus tummeln sich dort gar weitere Fremdlinge: Himbeeren und Brombeeren, die eigentlich Sammelsteinfrüchte sind. Jede der kleinen Beerchen ist eine einzelne Frucht mit einem winzigen Kern. Bei den Himbeeren sitzen sie recht locker, die Brombeeren-Früchte sind fest mit dem Blütenboden verbunden. Aber alles schön der Reihe nach.
Hier die ersten fünf der Beeren-Hitliste:
Erdbeeren
Es gibt heute über 1.000 verschiedene Kultursorten der beliebten Möchtegern-Beere, die mit ganz unterschiedlicher Größe, Form, Farbe und mehr oder weniger starkem Süßgeschmack aufwarten. Von subtropischen Erdregionen bis in den äußersten Norden kann man Erdbeerfelder und wild wachsende Sorten finden. Als Frühkulturen werden Erdbeeren in unseren Breitengraden bereits im März und April gezogen, die Freiland-Saison beginnt Ende Mai. Frühkulturen aus dem Süden gibt es teilweise schon zum Jahreswechsel. Erdbeeren werden reif gepflückt und sind leicht verderblich. Im Kühlschrank lassen sie sich maximal drei Tage aufbewahren. Am besten also sofort genießen: direkt aus der Hand in den Mund. Erst kurz vor dem Verzehr waschen und Blütenboden und Stiel mit einem Messer entfernen. Kleingeschnitten landen Erdbeeren gern im Obstsalat, als Garnierung auf dem Kuchen oder zum Dessert. Püriert schmecken sie zum Beispiel in Sorbet oder Eiscreme. Eingekocht ergeben sie den Klassiker unter den selbst gemachten Marmeladen.
Heidelbeeren
Eine glatte matt-dunkelblaue Schale umgibt das süße helle Fruchtfleisch mit der mild-säuerlichen Note. Mit rund 150 Arten ist die Heidelbeere, manchmal auch Blaubeere genannt, wild wachsend in Europa und Nordasien vertreten. Kulturheidelbeeren werden beispielsweise in der Lüneburger Heide angebaut und sind etwas weniger aromatisch. Die Erntezeit liegt zwischen Juli und September. Heidelbeeren reifen nach der Ernte nach. Ungekühlt kann man sie einige Tage aufbewahren, im Kühlschrank maximal zehn Tage. Da die kleinen Blauen ihr Aroma nur bei Raumtemperatur optimal entfalten, empfiehlt es sich, sie einen Moment vor dem Servieren aus dem Kühlschrank zu nehmen. Klassisch genießt man Heidelbeeren pur oder mit einem Löffel Sahne verfeinert. Ein Genießer-Tipp: Eierpfannkuchen mit Heidelbeeren und Ahornsirup.
Himbeeren – die Empfindsamen mit dem eindrucksvollen süßlich-säuerlichen Aroma. Himbeeren wachsen heute wild in allen gemäßigten Breitengraden. Geerntet werden die reifen Freilandfrüchte von Ende Juni bis Mitte September. Vor Feuchtigkeit geschützt und möglichst nicht übereinander liegend, lassen sich Himbeeren maximal drei Tage aufbewahren, man kann sie aber auch einfrieren. Vor dem Verzehr in einem Sieb kurz in Wasser tauchen und trocknen lassen. Und dann pur genießen, zu Konfitüre, Gelee oder Kompott verarbeiten oder als Obstkuchen-Zutat verwenden.
Brombeeren
Hübsch anzusehen ist die blauschwarz glänzende nahe Verwandte der Himbeere. Die vollreifen Früchte lassen sich im Spätsommer von den Stielen streifen und werden am besten noch am Tag des Kaufs beziehungsweise der Ernte frisch genossen. Sehr rasch verlieren sie ihren dunkelvioletten Saft und werden matschig. Im Kühlschrank kann man dem Verderb bis zu drei Tage Einhalt gebieten. Mit ihrer üppigen Süße verführen Brombeeren zum puren Genuss. Ihre außergewöhnliche Form und Farbe machen sie zu einer köstlichen Deko auf Desserts oder Kuchen.
Johannisbeeren
Die kleinen säuerlichen Beeren können weiß, rosa, rot oder schwarz sein. Von allen Beerenarten weisen Johannisbeeren den höchsten Säuregehalt auf, insbesondere die schwarzen Sorten sind für ihren herben Geschmack bekannt. Rote und weiße Sorten können durchaus frisch verspeist werden, schwarze Johannisbeeren eignen sich besser für Säfte, Konfitüre, Kompott oder rote Grütze. Die Johannisbeer-Erntezeit reicht von Ende Juni bis Ende Juli. Einige Tage kann man die sauren Beeren im Kühlschrank aufbewahren – oder mehrere Monate im Tiefkühlschrank. Vor dem Verzehr kurz bei Raumtemperatur »atmen« lassen, so kommt das Aroma besser zur Geltung.