Auf dem Weg zum Bio-Anbau
Die Ausgangsbedingungen sind gut. Frank Grölz ist einer der Landwirte, die im Rahmen der von Alnatura geförderten »Zukunftsinitiative für mehr Bio-Bauern« auf ökologischen Landbau umstellen.
Im April 2009 informierte er sich auf der Veranstaltung auf Gut Marienborn unter anderem über ackerbauliche und ökonomische Fragen der Umstellung sowie über die verschiedenen Bio-Verbände. Heute befindet sich sein Betrieb in der Nähe von Gießen bereits in der Umstellungsphase: 30 Hektar Grünland und 120 Hektar Ackerfläche werden nun biologisch bewirtschaftet. Die äußeren Bedingungen für die Umstellung sind vorteilhaft. Die landwirtschaftlichen Flächen von Frank Grölz liegen alle gut erreichbar im Umkreis seiner Geräte- und Lagerhalle. Mit durchschnittlich über 700 Millimeter Niederschlag und vielfältigen Bodenqualitäten zeigt sich Frank Grölz mit seinen Ackerflächen recht zufrieden.
Landwirt Frank Gölz informiert sich auf der Veranstaltung auf Gut Marienborn über ackerbauliche und ökonomische Fragen der Umstellung.
Neue Geräte und neue Fruchtfolge – eine gute Grundlage für die Umstellung
Damit das auch so bleibt, ist Frank Grölz für die Umstellung bereits bestens gerüstet: Für die im ökologischen Landbau übliche flache Boden bearbeitung schaffte er sich extra einen neuen Achtschar- Schälpflug und einen 15-Meter-Striegel an. Damit soll Unkraut von Anfang an keine Chance auf allzu üppiges Wachstum auf seinen Äckern haben. Im Rahmen der geplanten Fruchtfolge sät Frank Grölz auf einem Viertel seiner Flächen Wintergerste und auf einem weiteren Viertel Winterweizen nach Raps. Auf der restlichen Fläche sollen nach der Zwischenfrucht (Senf und Wicke) der Weizen-Roggen-Kreuzling Triticale sowie Sommerackerbohnen auf jeweils der Hälfte der Fläche ausgesät werden. Auf den Grünflächen weidet ganzjährig eine Herde von 24 robusten Galloway-Rindern. Die zukünftigen Bio-Rinder werden für Frank Grölz aber auch weiterhin vor allem ein Hobby bleiben.
Motivation für die Umstellung
Angeregt wurde dieses »zottelige Hobby« von Frank Grölz’ Frau, die wie die gesamte Familie hinter der Umstellung steht. Vor allem die elfjährige Tochter der Familie ist sehr interessiert am Betrieb und möchte später einmal Agrarwissenschaften studieren. Sie hat ihrem Vater auch schon früh die Umstellung auf ökologischen Landbau nahegelegt. Zum Wunsch der Tochter kamen aber auch ökonomische Überlegungen hinzu: In den letzten Jahren stiegen die Ausgaben für Betriebsmittel kontinuierlich, allein im Jahr 2008 hat Frank Grölz »über 50.000 Euro in Betriebsmittel investiert«, ein sehr schlagkräftiges Argument für die Umstellung.
Der Blick in die zukunft ist poitiv, auch dank kompetenter Unterstützung
Für die Umstellung hat Frank Grölz ebenfalls einige neue Investitionen eingeplant: Neben den neuen, auf den ökologischen Landbau abgestimmten Geräten schafft er sich neue Silos für die Getreidelagerung an. In der Erfassung und Vermarktung arbeitet Frank Grölz mit dem Bio-Verband Naturland zusammen. Für diesen Verband hat er sich wegen der wichtigen Unterstützung bei der Vermarktung, aber auch wegen der kompetenten Beratung und Hilfe bei der Umstellung entschieden. Die Liebe zur Landwirtschaft hat Frank Grölz früh entdeckt, schon als Jugendlicher half er auf dem Hof seines Nachbarn mit und übernahm später dann dessen Betrieb. Als gelernter Gärtner arbeitet er neben der Landwirtschaft halbtags bei der Stadt Gießen und kümmert sich dort unter anderem um die Landschaftspflege. Die Umstellung seines Betriebes geht Frank Grölz sehr engagiert an, auch als Bio-Landwirt möchte er nun erfolgreich und gut wirtschaften. Dabei ist er gerne bereit, Neues auszuprobieren und sich in einer etwas größeren Unkrauttoleranz zu üben – auch, wenn ihm dies anfangs sicher besonders schwer fallen wird.
››› Ann-Kathrin Spiegel und Klaus-Peter Wilbois, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)