Arbeiten mit Passion und Präzision
Zur Entwicklung neuer Produkte bei Alviana Naturkosmetik führt das Alnatura Magazin ein Interview mit Alviana Produktmanagerin Stefanie Müllers.
Alnatura Magazin: Frau Müllers, Sie sind seit knapp zwei Jahren Produktmanagerin für die Naturkosmetik-Marke Alviana. Die Alnatura Kunden stehen seit Dezember vor neuen Alviana Produkten. Können Sie uns etwas über die Neuentwicklung der Alviana Produkte erzählen?
Stefanie Müllers: Wenn Sie sich die starke Entwicklung des Naturkosmetik-Bereichs in den letzten Jahren ansehen, stellen Sie fest, dass die Ansprüche der Verbraucher immens gestiegen sind. Es gibt immer mehr Menschen mit den unterschiedlichsten Unverträglichkeiten. Darauf haben wir reagiert, indem wir die Alviana Sensitiv-Serie entwickelten. Diese Alviana Produkte sind frei von Duftstoffen und speziell für empfindliche Haut geeignet.
Alnatura Magazin: Was hat sich sonst noch an den Produkten geändert, was ist gleich geblieben?
Stefanie Müllers: Anstatt des Betonens der Schlüsselrohstoffe wurden bei den neuen Linien die Anwendungsbereiche hervorgehoben, wie die Sensitiv-Serie für empfindliche Haut oder die Feuchtigkeits-Serie für normale Haut. Beibehalten wurde die Alviana Wildrosen-Serie, weil »Wildrose« einen Klassiker der Naturkosmetik darstellt und eine große Fangemeinde hat.
Alnatura Magazin: Wie lange hat die Neuentwicklung der Produktlinie gedauert?
Stefanie Müllers: Ein ganzes Jahr.
Alnatura Magazin: Welche Arbeitsschritte stehen bei einer solchen Produktentwicklung an? Was dauert daran so lange?
Stefanie Müllers: Am Anfang steht die Konzeption. Dafür betreiben wir zuerst Marktforschung. Was will die Verbraucherin, wie sieht der Wettbewerb aus, welche Preislagen gibt es, welche Sortimente usw.? Sobald wir festgelegt haben, welche Serien und Einzelprodukte wir mit welchen Inhaltsstoffen herstellen möchten, geht es gemeinsam mit einem erfahrenen Herstellerunternehmen an die Rezepturentwicklung. Dazu gehören Tests der Konsistenzen und Zusammensetzungen, die Duftentwicklung mit Parfümeuren und, ganz wichtig, die Stabilitätstests bei unterschiedlichen Temperaturen. Letztere dauern allein drei Monate. Das Ganze natürlich unter der Voraussetzung, dass die Produkte BDIH-zertifiziert werden.
Alnatura Magazin: Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Naturkosmetik und konventioneller Kosmetik?
Stefanie Müllers: Naturkosmetik ist frei von synthetischen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen. Silikone und Inhaltsstoffe auf Mineralölbasis sind tabu. Die Produkte werden nicht in Tierversuchen getestet und sind gentechnikfrei. Außerdem werden die Inhaltsstoffe keiner radioaktiven Bestrahlung unterzogen.
Alnatura Magazin: Was bedeuten diese Unterschiede für die Entwicklung und Herstellung?
Stefanie Müllers: Die Auflagen machen die Herstellung um einiges komplizierter. Da wir nur natürliche Duftstoffe, wie ätherische Öle, verwenden dürfen, ist die Auswahl der Duftstoffe begrenzter als bei der konventionellen Kosmetik. Auch bei der Konservierung müssen wir uns anderer Methoden bedienen als lediglich synthetische Konservierungsstoffe einzusetzen. Die Rohstoffe müssen besonders rein sein. Strenge Kontrollen sind hierfür vonnöten. Die Produktion findet in speziellen, keimfreien Räumen statt, um Verunreinigungen zu vermeiden.
Alnatura Magazin: Deshalb sind Naturkosmetik-Produkte häufig teurer als konventionelle Kosmetik. Alviana Naturkosmetik hingegen ist sehr preisgünstig. Wie funktioniert das?
Stefanie Müllers: Ziel bei der Konzeption der Produktlinie Alviana war es, eine für möglichst viele Menschen bezahlbare Naturkosmetik auf den Markt zu bringen. Das gelingt uns aus verschiedenen Gründen: Erstens haben wir keinen riesigen Werbeetat, der das Produkt nur künstlich verteuert, zweitens verzichten wir auf aufwändige Verpackungen.
Alnatura Magazin: Welche Arbeitsschritte folgen, wenn die Rezepturentwicklung abgeschlossen ist?
Stefanie Müllers: Die Verpackungsentwicklung, also die Entscheidung für und Gestaltung von Tuben, Tiegeln, Sachets, Etiketten, Faltschachteln. Danach gilt es, die Markteinführung zu planen, also das Koordinieren und Umsetzen der Marketingmaßnahmen.
Alnatura Magazin: Wie wird man Produktmanagerin für Naturkosmetik?
Stefanie Müllers: Ich habe Betriebswirtschaft studiert und war von 1995 bis 1999 Produktmanagerin für Alnatura Naturkost-Produkte. Vor zwei Jahren fragte man mich, ob ich die Alviana Naturkosmetik-Marke des Schwesterunternehmens Bonano betreuen möchte.
Alnatura Magazin: Haben Sie Ihr ganz persönliches Lieblingsprodukt aus der Serie?
Stefanie Müllers: Mir gefällt der Reinigungsschaum der Feuchtigkeits-Serie. Er verfügt über einen hohen Anteil an pflegenden Ölen, hat einen feinen Duft und fühlt sich wunderbar weich an. Besonders gut gelungen finde ich auch die Augencreme der Sensitiv-Serie, die sehr gut kombinierbar ist mit anderen Produkten und Serien, weil sie frei von Duftstoffen ist und daher neutral zu allen Cremes passt.
Alnatura Magazin: Gibt es die Alviana Produkte auch in anderen Geschäften außer in den Alnatura Super Natur Märkten?
Stefanie Müllers: Ja, bei Budni, tegut und Globus.
Alnatura Magazin: Danke für dieses Gespräch.