Exotische und Pseudo-Getreide
Während Amaranth und Quinoa aus Südamerika stammen, handelt es sich bei Kamut um eine in Ägypten gefundene Urform des Hartweizens, dem einzigen echten Getreide unter den dreien. In Europa zählen sie nur noch im geografischen Sinne zu den Exoten, sind sie doch - insbesondere wegen ihrer Ursprünglichkeit - im Naturkostbereich längst kein Geheimtipp mehr.
Amaranth
Amaranth ist botanisch kein Getreide, sondern gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen und stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Mexiko. Bei den Azteken gehörte er zu den Grundnahrungsmitteln, bis die Spanier den Anbau verboten. Neben den Samen nutzt man auch die Blätter, die wie Spinat zubereitet werden. Eine Amaranthpflanze kann übrigens bis zu 500.000 der winzigen Samen enthalten.
Verwendung und Zubereitung
Gepuffter Amaranth ist in vielen schmackhaften Müslis und Riegeln enthalten. Zu Mehl gemahlen, eignet er sich für Brot, Kuchen und Feingebäck. Die ganzen Amaranthsamen können für circa 30 Minuten gekocht werden (3 Teile Wasser auf 1 Teil Amaranth, 10 Minuten nachquellen lassen) und ergeben dann eine würzige Beilage zu deftigen Gemüse- oder Fleischgerichten. Man kann Amaranth auch selbst puffen.
Quinoa
Quinoa (sprich Kinwa) gilt als altes Korn der Inka und wird deshalb manchmal als Inkakorn oder Perureis bezeichnet. Wie beim Amaranth wurde der Anbau von den Spaniern bei Androhung der Todesstrafe verboten. Quinoa ist kein echtes Getreide, sondern gehört zu den Gänsefußgewächsen. Er gedeiht auch auf nährstoffarmen Böden und ist gegen Trockenheit und Hitze unempfindlich. Er kann in Höhen angebaut werden, in denen andere Pflanzen nicht mehr reif werden.
Verwendung und Zubereitung
Quinoakörner müssen gut gewaschen werden. Man kann sie wie Reis zubereiten. Da sie stark aufquellen, brauchen sie mehr Wasser als dieser. Sie bekommen durch das Kochen eine gelbliche Farbe, werden etwas glasig und ergeben eine fein schmeckende knackige Beilage. Auch als schmackhafte Zutat für Suppen und pikantes Gebäck ist Quinoa geeignet.
Tipp: Gekeimt eine Bereicherung für jeden Salat.
Achtung: Quinoa enthält, wie viele Pflanzen, Saponine. Diese werden durch gründliches Waschen vor dem Verkauf zwar entfernt, manchmal bleiben jedoch geringe Reste davon zurück. Diese können bei Kindern unter zwei Jahren Unverträglichkeiten hervorrufen. Für ältere Kinder und Erwachsene gibt es keine Einschränkung beim Verzehr von Quinoa.
Kamut
Kamut ist ein eingetragener Markenname für einen speziellen Anbau einer Hartweizenkultur namens Khorasan. Das züchterisch wenig bearbeitete, sehr großkörnige Getreide gibt es ausschließlich in kontrolliert biologischer Qualität.
Verwendung und Zubereitung
Kamut hat als ganzes Korn, Flocken oder Grieß einen herzhaften, leicht nussigen Geschmack und wird in gleicher Weise wie Weizen und Dinkel verwendet.