28.12.2009

Alnatura kooperiert mit Stromrebellen

Am 1. Januar 2010 fiel der Startschuss für eine Partnerschaft, auf die wir uns ganz besonders gefreut haben. Ab sofort kooperiert Alnatura in der Energieversorgung mit den »Schönauer Stromrebellen« – den Elektrizitätswerken Schönau, kurz EWS.

 

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Bereits seit sieben Jahren bezieht Alnatura Strom aus umweltfreundlicher Wasserkraft. Seit Jahresbeginn 2010 versorgen die EWS alle Alnatura Märkte, die Zentrale im südhessischen Bickenbach sowie das Verteilzentrum in Lorsch mit regenerativer Energie aus Wasserkraft. 2011 auch zusätzlich mit Windkraft. „Mit Alnatura haben wir nicht nur einen unserer größten Stromkunden gewonnen, sondern auch einen wichtigen Partner, der wie wir konsequent ökologisch handelt und sich in vielen sozialen und kulturellen Projekten engagiert. Gemeinsam mit Alnatura wollen wir uns auch weiterhin für eine nachhaltige, menschliche und gerechte Zukunft auf unserem Planeten einsetzen. Darauf freuen wir uns!“, so Ursula Sladek, Geschäftsführerin der EWS.

Die EWS sind das Ergebnis einer beispielhaften Bürgerinitiative, deren Geschichte am 26. April 1986 begann: Der Reaktorunfall in Tschernobyl verursachte auch im Schwarzwald deutliches Unbehagen. Aus Sorge um ihre Kinder schlossen sich in Schönau einige Eltern zu einer Initiative zusammen und wurden selbst aktiv: Mit Stromsparberatungen und -wettbewerben, der Reaktivierung kleinerer Wasserkraftwerke, einer eigenen Kabarettgruppe und weiterem Engagement machte der »Eltern für atomfreie Zukunft e.V.« auf sich aufmerksam. Bald mussten die ambitionierten Bürger erkennen, dass eine Wende in Richtung nachhaltige Energie mit dem regionalen Stromanbieter nicht möglich sein würde. Der wollte sich nicht an den ökologischen Ideen beteiligen.

 


Visual Die EWS-Zentrale in Schönau – der Arbeitsplatz der Stromrebellen. Mit Hilfe der »Störfall«-Spendenkamagne sammelte die EWS 1996 erfolgreich für den Kauf des regionalen Stromnetzes (oben).
»Was tun?«, spricht Zeus. Genau, man lässt sich auch von Millionenkosten nicht beeindrucken und kauft das Stromnetz, natürlich nicht ohne Widerstand – zwei Bürgerentscheide lagen auf dem steinigen Weg – und die beeindruckende Unterstützung zahlreicher Experten und Förderer aus ganz Deutschland. Seit Juli 1997 versorgt das Bürgerunternehmen EWS, getragen von der Netzkauf GbR mit 750 Gesellschaftern, die Gemeinde Schönau mit elektrischer Energie. Seit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes im April 1998 fließt der »Rebellenstrom« bundesweit. Mittlerweile beziehen Zehntausende von Haushalten und Hunderte von kleinen und großen Unternehmen ihren Strom von der EWS. Umweltfreundliche Energie, Atomausstieg und Klimaschutz sind die Ziele des bürgereigenen Energieversorgers und das Leitprinzip der Unternehmensphilosophie.

 


Visual Die Geschäftsführer Ursula und Michael Sladek erhielten 2007 den Deutschen Gründerpreis.
»Eine Philosophie und Historie, die sehr gut zu Alnatura passt«, erklärt Mike Winkler, der bei Alnatura für Expansion und Einrichtung verantwortlich ist, die Entscheidung für das innovative Energieunternehmen. »Überzeugt hat uns auch, dass die Schönauer Transparenz, Engagement und Ökologie wie kein anderer zu verbinden wissen.« So versorgt die EWS Alnatura nicht nur mit regenerativer elektrischer Energie aus Wasserkraft und ab 2011 zustätzlich mit Windkraft. Geplant sind zum Beispiel auch Mitarbeiter-Schulungen rund ums Thema Energie und Energiemanagement sowie gemeinsame Projekte im Bereich regenerativer Energien.



atomstromlos. klimafreundlich. bürgereigen.
EWS ElektizitätsWerke Schönau
www.ews-schoenau.de 

 

 

Interview mit Ursula Sladek
Alnatura: Was treibt Sie an, sich für regenerative Energien zu engagieren?

Ursula Sladek: Das Wissen, dass die regenerativen Energien die einzigen Energieerzeugungstechnologien sind, die auf Dauer Bestand haben: weil sie umweltfreundlich, klimaschonend und unerschöpflich verfügbar sind, im Gegensatz zu Atomkraft und fossilen Energien. Nur die regenerativen Energien können heutigen und zukünftigen Generationen eine sichere Energieversorgung garantieren und auch Kriege um Ressourcen vermeiden helfen – ich denke dabei auch ganz persönlich an meine Kinder und Enkel und die Welt, in der sie leben.

Alnatura: Ein Vorurteil gegen Öko-Strom, das Sie besonders ärgert?

Sladek: Besonders ärgert mich die oft formulierte Aussage, dass der Einzelne ja doch nichts ändern könne. Natürlich trägt jeder nur einen kleinen Baustein bei, aber das summiert sich – der Verbraucher hat eine ungeheure Macht, er muss sie nur nutzen!

Alnatura: Was ist Ihre »Öko-Strom-Vision«?

Sladek: Meine Vision ist, dass die Stromversorgung in Deutschland in 30 bis 40 Jahren vollständig auf regenerative Energien umgestellt ist. Es müssen hierfür neue Speichertechnologien und intelligente Vernetzungen geschaffen werden – zum Erreichen dieses Ziels steht also noch einiges an Arbeit an. Die Verbraucher müssen von unten den Druck machen, damit der eingeschlagene regenerative Weg konsequent weiter beschritten wird. Dies sichert im Übrigen nicht nur den Technologiestandort Deutschland auf diesem Sektor, sondern schafft eine große Anzahl zusätzlicher Arbeitsplätze.

››› Interview: Tina Schneyer, Leiterin Alnatura Kommunikation

 

 

 

 

Umweltschutz bei Alnatura
Alnatura engagiert sich nachhaltig für den Bio-Landbau und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen. Die Ladeneinrichtung in den Alnatura Filialen besteht vorwiegend aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, aus Natursteinfliesen und recycelten Materialien. Die Wände sind mit Naturfarben gestrichen, Glastüren vor den Kühlregalen sparen Energie.

Nach ökologischen Kriterien gestaltet wurde auch das neue Verteilzentrum: eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, ein Erdwärme-Anlage und Strom aus Wasserkraft sollen einen klimaneutralen Betrieb ermöglichen. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ergänzt das umweltfreundliche Konzept.

 

 

 

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