30.08.2010

30 Jahre Greenpeace

Greenpeace Deutschland feiert seinen 30. Geburtstag. Gastbeitrag von Greenpeace e.V.

 

Visual
Als Greenpeace gegründet wurde, war der Begriff Umweltschutz noch kaum bekannt. Wer für die Natur eintrat, wurde als Romantiker oder Hippie belächelt. Die Liste gängiger Umweltsünden war lang: Flüsse dienten als Abwasserkanäle der Industrie, auf See wurde Atommüll versenkt und Chemiemüll verbrannt. Autos hatten weder »Kat« noch bleifreien Sprit, und Ökostrom war noch nicht in Sicht. Sprays mit FCKW zerstörten die Ozonschicht, Dioxine aus Fabrikschloten bescherten sauren Regen. Und wer Eier von glücklichen Hühnern wollte, musste selbst welche halten. Man dachte offenbar naiv, dass unser Planet ein Discounter sei, in dem sich jeder bedienen könne, ohne auf den Preis zu achten. Mittlerweile weiß man es besser. Und: Umweltschützer werden heute ernst genommen.

 


Visual »BRENT SPAR« – 1995 verhindert Greenpeace die Versenkung der Ölplattform im Atlantik (großes Bild). Langjähriger Greenpeaceprotest führt 2009 zum Verbot von Genmais auf deutschen Äckern.
Die erste deutsche Greenpeace-Aktion: 1980 arbeiten verschiedene Umweltgruppen in Deutschland zum Thema Meeresverschmutzung. Einige der Mitstreiter schließen sich einer niederländischen Greenpeace-Gruppe an, die eine Kampagne gegen die damals noch legale Dünnsäure-Verklappung in der Nordsee organisiert. Einige Chemiekonzerne leiten die giftige Brühe ins Meer und verursachen Planktonsterben und todkranke Fische. Die Umweltschützer handeln: In Nordenham befestigen sie Rettungsinseln an einem Verklappungsschiff, um es am Auslaufen zu hindern, in Leverkusen besetzen sie tagelang die Dünnsäureverladebrücken der Konzerne. Dazu kippen sie missgebildete Fische vor ein Bayer-Werk und vor das Amt, das die Verklappung genehmigte. Die mutigen Aktionen ernten viel Presseecho und Lob aus der Bevölkerung. Motiviert beschließen die deutschen Aktivisten, ein Greenpeace-Büro zu gründen: Mit Greenpeace Deutschland e.V. entsteht im November 1980 die weltweit neunte Vertretung – nach der ersten in Kanada 1971 und folgenden in Holland, USA, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland und Australien. Die Deutschlandzentrale von Greenpeace hat ihren Sitz in Hamburg.

 


Visual Atomkraft schadet Deutschland – das ist das, was die meisten Bundesbürger denken.
Heute ist Greenpeace in über 40 Ländern präsent und arbeitet für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen: für den Klimaschutz, für den Schutz der Flüsse, Meere und Wälder, für das Ende der Atom- und Kohlekraft, für den Ausbau erneuerbarer Energien und für eine nachhaltige Landwirtschaft ohne Gentechnik und Pestizide. Nicht allein Protestaktionen und hartnäckiges politisches Engagement, auch wissenschaftliche Arbeit und die Entwicklung von Lösungen sind typisch für Greenpeace. Greenpeace trug dazu bei, dass Umwelt- und Klimaschutz heute Themen in politischen Debatten sind und auf der Tagesordnung quasi jedes Unternehmens stehen. Seine Erfolgsgeschichte verdankt der deutsche Verein seinen rund 3.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern und rund 560.000 Fördermitgliedern. Sie sichern finanzielle Unabhängigkeit, ermöglichen kreativen Handlungsspielraum und helfen, den notwendigen Druck auf Verantwortliche in Politik und Wirtschaft auszuüben.

Weitere Informationen zu Greenpeace unter www.greenpeace.de

 

 

Taten und Erfolge 1980 bis 2010 – eine kleine Auswahl
1981 Zwei Greenpeace-Aktivisten besetzen 26 Stunden lang einen Schlot einer Hamburger Chemiefabrik, die Wasser, Luft und Böden mit Giften verseucht. 1984 muss diese schließen.

1985 – 87 Mit dem Flussschiff »Beluga« ist Greenpeace auf Elbe, Weser und Rhein unterwegs. Greenpeacer nehmen Wasserproben und setzen die Gifteinleiter unter Druck. Die Greenpeace- Arbeit trägt dazu bei, dass bessere Kläranlagen gebaut und Abwässereinleitungen strenger kontrolliert werden.

1995 Shell will eine alte Ölplattform im Atlantik versenken. Aus Protest besetzen Greenpeacer die »Brent Spar«. Nach 52 Tagen gibt der Ölmulti nach und entsorgt seine Plattform an Land. 1998 folgt ein generelles Versenkungsverbot für stillgelegte Offshoreanlagen im Nordostatlantik.

2006 Führende Sojakonzerne geben dem Druck der internationalen Greenpeace-Kampagne nach und stimmen einem Moratorium zur Abholzung des Amazonas-Regenwalds für den Sojaanbau zu. Es besteht bis heute.

2009 Seit 2000 prangert Greenpeace die Urwaldzerstörung in Finnland an und fordert den Papierhersteller Stora Enso sowie Verlage zum Handeln auf. 2009 werden acht nordfinnische Urwälder mit einer Fläche von knapp 100.000 Hektar geschützt. Nach zahlreichen Greenpeace-Aktionen gegen Genpflanzen wird der Anbau von gentechnisch verändertem Mais (MON810) in Deutschland verboten. Greenpeace unterstützt regionale Proteste gegen den Neubau von Kohlekraftwerken. In den vergangenen Jahren konnten immer wieder Projekte gestoppt oder verhindert werden, zum Beispiel 2009 in Emden. Greenpeace setzt sich mit Protesten auf der Kuppel des Atomkraftwerks Unterweser gegen die Nutzung der Atomenergie ein. Gleichzeitig entwickelt Greenpeace Lösungen wie das Energieszenario »Plan B 2050«, das den Weg in eine klimafreundliche, atomfreie Zukunft aufzeigt.

2009/10 Auf zwei Arktisexpeditionen erforscht Greenpeace mit Wissenschaftlern vor Ort die Auswirkungen des Klimawandels. 2010 Jahrelang warnt Greenpeace vor Transporten von Rohöl und Ölprodukten in Tankern mit nur einer Außenhülle.

2010 sind Einhülltanker weltweit verboten.

 

 

 


Greenpeace Jubiläumstour 2010

Zur Feier des 30. Geburtstags – und zum Dank an alle treuen Unterstützer und Förderer – tourt Greenpeace im Sommer und Herbst 2010 durch sieben deutsche Städte. Dort präsentiert sich die Organisation u. a. mit einer Ausstellung, mit Filmen, Gesprächsrunden und Mitmachaktionen für Erwachsene und Kinder.

Die Tourtermine und weitere Details erfahren Sie unter www.greenpeace.de/30jahre

 

 

Vielfalterleben
Visual Eine Initiative für mehr Vielfalt und gegen Gentechnik
Im Februar 2011 startete die Initiative Vielfalterleben. Die Initiative, die sich für mehr Vielfalt und gegen Gentechnik einsetzt, unterstützen rund 140 Partner. Ins Leben gerufen wurde Vielfalterleben von Alnatura. Kern der Aktion war eine öffentliche Petition gegen Agro-Gentechnik, die von mehr als 100.000 Menschen unterstützt wurde. Am 26. September 2011 kam es zur öffentlichen Anhörung der Petition vor dem Petitionsausschuss des Bundestages in Berlin.

2012 werden wir die Initiative mit neuem Themenschwerpunkt unter dem Motto „Gutes wachsen lassen“ fortführen. www.vielfalterleben.info

 

 

 

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