Warenkunde: Äpfel und Apfel in verschiedenen Sorten

Warenkunde: Äpfel

Etwa 40 Kilogramm Äpfel verzehrt jeder Deutsche pro Jahr.
Lesen Sie mehr über das beliebte Obst, seine große Sortenvielfalt und Kulturgeschichte sowie die Besonderheiten im Anbau von Bio-Äpfeln.

Der Apfel und seine Geschichte

Der Apfel (lat. Malus) gehört zu den ältesten Wild- und Kulturobstarten. Fruchtbarkeit und Leben, Erkenntnis und Reichtum – all das symbolisiert die runde Frucht.

Um die 20.000 Apfelsorten gab es einst – eine Vielfalt, von der wir heute nur noch träumen können.

Ursprünglich stammt der Apfel aus Asien, und die Entwicklung der ersten Wildart kann man sogar bis in die Kreidezeit – vor 70 Millionen Jahren – zurückverfolgen. Nach Europa soll der Apfel von Alexander dem Großen gebracht worden sein – während der Feldzüge aus Persien. Abschließend geklärt ist das jedoch nicht, könnte es doch auch sein, dass Händler dem Apfel, der früher auch als Heilmittel galt, seinen Weg nach Europa ebneten.

Die heute gezüchteten Äpfel stammen von den Wildapfelsorten Holzapfel und Zwergapfel ab, deren Früchte klein und hart sind und säuerlich-herb schmecken. Äpfel bilden eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse aus der Familie der Rosengewächse. Heute ist der Kulturapfel, der Malus domestica, die bekannteste und wirtschaftlich bedeutendste Art.

Nicht umsonst zählt der Apfel zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen.

Verschiedene Äpfel liegend auf einem Holztisch

Die große Apfelvielfalt geht zurück

Insgesamt gibt es noch fast 2.000 Apfelsorten in Deutschland, doch lediglich 60 von ihnen sind von wirtschaftlicher Bedeutung. Und in den Auslagen schrumpft das Angebot weiter zusammen.

Die bekanntesten sieben Apfelsorten sind:

  • Boskop,
  • Cox Orange,
  • Golden Delicious,
  • Elstar,
  • Braeburn,
  • Jonagold und
  • Granny Smith.

Schade eigentlich, denn immerhin verzehrt allein jeder Deutsche durchschnittlich etwa 40 Kilo Äpfel im Jahr – pur, im Kuchen oder als Saft und Punsch.

Doch wie sollte der ideale Apfel sein? Am besten knackig und saftig, er sollte nicht zu hohe Ansprüche an Klima und Boden stellen, ein gutes Aroma haben und sich vielfältig verwenden lassen.

Um den Erwartungen des Lebensmittelhandels zu genügen, muss er sich zudem gut lagern und transportieren lassen. Auch der Geschmack entscheidet, welcher Apfel am häufigsten in den Verkauf kommt. Heute sind das vor allem Sorten mit einem süßen Geschmack. 

Die beliebtesten Bio-Apfelsorten sind Boskop, Braeburn, Elstar, Gala, Cox Orange, Jonagold und Rubinette.

Weniger bekannte, aber heimische Apfelsorten, welche zu den alten Sorten zählen, sind beispielsweise Gravensteiner, Boikenapfel und Ananasrenette. Diese Apfelsorten sind geschmacklich im Vergleich zu den bekannten Sorten ein wenig bitterer und weniger süß. 

Äpfel aus biologischer Landwirtschaft: Die Lagerung von Äpfeln 

Generell nimmt die Süße der Äpfel nach der Ernte noch zu, ihr Aroma wird intensiver, da sie weiterreifen. Es lohnt sich also, Äpfel eine Zeitlang liegen zu lassen.
Damit sie dabei aber nicht mürbe werden, ist es wichtig, sie kühl und lichtgeschützt zu lagern, zum Beispiel im Keller oder in der Garage.
Da sie das natürliche Reifungsgas Ethylen abgeben, sollten sie nicht zu eng nebeneinander liegen – und auch nicht zu dicht an empfindlichen Obst- und Gemüsesorten wie Bananen, Birnen oder Tomaten.
Für kleine Mengen eignet sich auch das Obst- und Gemüsefach im Kühlschrank.

Eine besonders gute Lagerfähigkeit haben die sogenannten Winteräpfel. Diese werden im Oktober und November geerntet und werden anschließend noch ein bis zwei Monate gelagert. Erst gegen Ende des Jahres sind die Äpfel dann genussreif.
Winteräpfel zählen zu den alten Apfelsorten und sind deshalb nicht so bekannt wie die beliebten Sorten. Beispiele für Winteräpfel sind: Berlepsch, Glockenapfel, Topaz und Idared.

Auf was Sie besonders achten sollten, um Äpfel geerntet länger aufzubewahren und wie lange Äpfel haltbar sind, können Sie in unserem Ratgeber zur Apfel Haltbarkeit nachlesen. 

Wann Äpfel Saison haben und in welchen Monaten vor allem Lagerware im Einzelhandel angeboten wird, erfahren Sie in unserem Saisonkalender zum Apfel.

Äpfel – kulinarische Vielseiter

Der Apfel ist das Saftobst schlechthin, und so produzieren etwa 500 Firmen in ganz Deutschland rund eine Milliarde Liter Apfelsaft jährlich.
 
Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt bei 11,7 Litern. Äpfel eignen sich aber auch zum Kochen: So gibt es spezielle Kochapfelsorten, die ihre feste Konsistenz und ihr süßlich-saures Aroma auch beim Kochen nicht verlieren. Schon früher wusste man, dass sich Äpfel besonders gut zum Einkochen eignen: Ihr hoher Gehalt an Pektin wirkt als natürliches Konservierungs- und Geliermittel. Und was ist schöner, als in der kalten Jahreszeit Gebäck und Desserts mit Apfelkompott oder -gelee aus sonnengereiften Früchten des Sommers zu verfeinern?
 
In herzhaften Gerichten, zum Beispiel Linsen oder Rotkohl, harmonieren Äpfel sehr gut mit Weißwein. In Süßspeisen sind Zucker und Zimt die unschlagbaren Begleiter, aber auch Vanille und Marzipan passen gut zu der süßsäuerlichen Frucht.
 
Tipp: Etwas Zitronensaft über Apfelschnitze geträufelt schützt vor braunen Verfärbungen des Fruchtfleisches. Am besten ist es, immer ungeschälte Äpfel zu verarbeiten – denn direkt unter der Schale stecken die meisten Nährstoffe.

Inhaltsstoffe und typische Eigenschaften des Apfels

Der Apfel gehört zu den Rosengewächsen und zählt botanisch zum Steinobst. Wegen seinem hohen Wasseranteil von circa 85 % ist der Apfel sehr kalorienarm. 100 g Fruchtfleisch des Apfels haben einen Energiewert von 54 kcal und enthalten circa 6 Gramm Fruchtzucker. 
Neben Wasser hat der Apfel folgende Inhaltsstoffe:

  • Folsäure,
  • Vitamin C,
  • Kalium, 
  • Magnesium, 
  • Eisen,
  • Kalzium,
  • Pektine, 
  • Polyphenole

Die enthaltenen Polyphenole schützen den Apfel vor Insekten und dem Befall durch Pilze. Auch für den Menschen können sich die Polyphenole des Apfels positiv auswirken. So wird ihnen eine entzündungshemmende Wirkung und die Fähigkeit zur Senkung des Blutdrucks nachgesagt. Je nach Sorte unterscheidet sich auch der Polyphenolgehalt, welcher vor allem für einen leicht bitteren Geschmack des Apfels verantwortlich ist. Besonders viele Polyphenole beinhalten die Sorten Boskoop und Cox Orange.